Reinigungspersonal von Regierungsrat enttäuscht

In einem offenen Brief hatte das Reinigungspersonal der kantonalen Schulen den Aargauer Regierungsrat im April gebeten, auf die Auslagerung der Reinigung zu verzichten oder zumindest für gute Bedingungen zu sorgen. Der Regierungsrat ist auf beide Forderungen nicht eingegangen.

Über zwei Monate liess sich die Aargauer Regierung Zeit, um den offenen Brief der 38 Reinigungsangestellten der kantonalen Schulen zu beantworten. Das Personal hatte den Regierungsrat gebeten, den Entscheid, die Reinigung der kantonalen Schulen an private Firmen auszulagern, zu überdenken. Falls dies trotzdem geschehen würde, solle der Kanton mit der Vertretung der Angestellten einen Sozialplan aushandeln. Beides hat der Regierungsrat abgelehnt. Stattdessen schlägt er Massnahmen vor, die für die Betroffenen nur minime Sicherheiten bieten und den Mitarbeitenden wie auch dem VPOD schon vor dem Verfassen des offenen Briefes bekannt waren. Zwar sollen die Arbeitsverhältnisse für die nächsten drei Jahre zum gleichen Lohn übernommen und die Dienstjahre auf das Arbeitsverhältnis übertragen werden, doch dies bietet noch lange keine Sicherheit, dass die Betroffenen nach der Übernahme weiterhin am gleichen Objekt arbeiten könne wie auch, dass das Arbeitsverhältnis tatsächlich und zu den gleichen Arbeitsbedingungen weitergeführt wird. Fragen wie höhere Pensionskassenbeiträge, welche zu einer realen Lohnreduktion führen, unterschiedliche Ferienregelungen und Bedingungen bei Krankheit und Unfall hat der Regierungsrat völlig ausser Acht gelassen wie auch die Frage der Milderung der Folgen von Erwerbslosigkeit, welche einige Angestellte treffen könnte. Es ist enttäuschend, dass der Aargauer Regierungsrat nicht auf die Anliegen seiner Angestellten eingeht.

Zynisch mutet ausserdem an, dass der Kanton eine grosse „50plus“ – Kampagne durchführt, jetzt aber etliche Personen, mehrheitlich Frauen, welche 50 oder älter sind und teilweise seit Jahrzehnten im Dienste des Kantons stehen, in eine unsichere Zukunft entlässt. Dies macht den Kanton Aargau zu einem unglaubwürdigen Arbeitgeber und zu einem schlechten Vorbild für andere Arbeitgebende im Kanton Aargau.

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